Gitarrenpflege

Mechanik:
  • Die Metallteile der Mechanik (Schnecken und Zahnräder) bleiben mit einem Tropfen säurefreien Haushaltsöl leichtgängig (auf die Kunststoffwellen oder Holzbohrungen darf aber kein Öl gelangen).
  • Gelegentlich kann es nötig sein, die Zahnrad-, Griff- und Grundplattenschrauben nachzuziehen.
Saiten:
Die Saiten einer gestimmten 6-saitigen Konzertgitarre haben zusammen ungefähr 40 kg Zugkraft, die Fichten- oder Zederndecke, an der sie festgeknüpft werden, ist aber nur etwa 2,5 Millimeter stark.
  • Beim Saitenwechsel schont es die Konstruktion, wenn die Saiten einzeln nacheinander gewechselt werden, während die jeweils restlichen ihre Stimmung behalten.
  • Sollte es erforderlich sein, daß alle Saiten gleichzeitig entspannt werden müssen (z.B. bei längeren Spielpausen oder für Transporte) oder entfernt werden müssen (z.B. für Griffbrettreinigung oder Reparaturen), kann man gefährliche einseitige Zugbelastung auf die Decke verhindern, indem die Saiten paarweise symmetrisch ge- oder entspannt werden, also zuerst E-Saite und e-Saite, danach A-Saite und h-Saite, schließlich D-Saite und g-Saite.
  • Knoten an den Enden der Diskantsaiten sichern sie gegen Durchrutschen am Steg.
  • Durch Abwischen der Saiten nach dem Spielen (z. B. mit einem Baumwolltuch) werden Feuchtigkeit und Schmutz entfernt. Dadurch wird die Korrosion der metallumsponnenen Saiten verringert und die Haltbarkeit verlängert.
  • Scharfkantige Ober- und Untersattelknochen oder abgespielte Bünde können die Metallwindungen der Bass-Saiten zerstören. Gelegentlich wird es nötig sein, diese überarbeiten zu lassen.
Schellack:
Schellack ist wärme- und säureempfindlich und relativ weich. Seine Kratz- und Abriebfestigkeit ist nur gering.
  • Der Lack sollte vor intensiver Sonnenbestrahlung oder anderen starken Wärmequellen geschützt werden.
  • Gegen Kratzer durch Knöpfe, Reißverschlüsse, Gürtel etc. und gegen eine Reaktion des Lackes mit der Säure im Hautschweiß hilft das Unterlegen von Baumwolltüchern oder weichen Lederlappen.
  • Beim Saitenwechsel kann ein an die Unterkante des Stegs gelegtes Leder Nagelkratzer verhindern.
  • Zur Reinigung der lackierten Flächen verwendet man haushaltsübliche Staubtücher, bei stärkerer Verschmutzung auch leicht mit warmen Wasser angefeuchtete Baumwolltücher (dann allerdings mit einem trockenen Tuch nachwischen und dem Wasser keine Reinigungsmittel zusetzen). Richtige Lackpolituren und Lackreiniger sollte man unbedingt auf ihre Verträglichkeit mit Schellack überprüfen.
Aufbewahrung, Lagerung:
Holz ist hygroskopisch, d.h. es kann Feuchtigkeit abgeben und Feuchtigkeit aufnehmen. Die Abgabe, bzw. Aufnahme der Feuchtigkeit beginnt dann, wenn zwischen dem Feuchtegehalt des Holzes und dem Feuchtegehalt der das Holz umgebenden Luft ein Gefälle besteht. Durch die Abgabe oder Aufnahme von Feuchtigkeit können sich Volumen und Form des Holzes verändern, es schwindet und zieht sich zusammen oder es quillt und dehnt sich aus. Deshalb führen extreme klimatische Bedingungen (insbesondere Trockenheit oder abrupte Wechsel von Luftfeuchtigkeit und Temperatur) sehr schnell zu Deformationen oder Rissen. Warme Luft kann sehr viel mehr Wasser in Form von unsichtbarem Wasserdampf aufnehmen als kühle, hat also eine niedrigere relative Luftfeuchtigkeit. Gefahr droht besonders im Winter durch trockene Heizungsluft, in Räumen mit Klimaanlage, bei starker Sonnenbestrahlung (z. B. Kofferraum) oder in der Nähe von starken Wärmequellen (z. B. Heizkörper). Aber auch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit (über 75% relative Luftfeuchte) kann den Klang beeinträchtigen.
  • Mit einem Hygrometer läßt sich die relative Luftfeuchtigkeit beobachten und bei Werten unter 45% verdampft oder verdunstet man Wasser, z.B. durch nasse Handtücher, die über Heizkörper gelegt werden, oder Luftbefeuchtungsgeräte.
  • Spezielle Luftbefeuchter können im Koffer oder sogar im Instrument angebracht werden.
  • Koffer können durch zusätzliche isolierende Hüllen geschützt werden.
  • Gegen zu hohe Luftfeuchtigkeit kann man Entfeuchtungsgeräte einsetzen.
Deutscher Musikinstrumentenpreis 2008
Kategorie Konzertgitarre, verliehen an Sascha Nowak, Gitarrenbau durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie am 13.03.08 auf der Frankfurter Musikmesse
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Festivals / Termine:
Internationale Gitarrenfestspiele Nürtingen
Besuchen Sie mich dort vom 30.07.08 bis zum 02.08.08 auf der begleitenden Gitarrenausstellung und testen Sie verschiedene Modelle.
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Konzeption und „Philosophie“ meines Gitarrenbaus

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Gitarrenpflege
Nützliche Tips über Saiten, Luftfeuchtigkeit, Aufbewahrung, etc.
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Wissenswertes über Herkunft, Zusammensetzung, Verarbeitung und Pflege
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Themen:
Intonation / Temperierung /
Resonanzprofil / Klangfarbe /
Fourier-Analyse
in Vorbereitung ...